Häufig gestellte Fragen

Kaufberatung Trabant P601 

Bevor ein Trabant gekauft wird, sollte er gründlich angesehen werden und sein Jahrgang abgeklärt sein.
Sonst sind später grosse Enttäuschungen oder Frust nicht ausgeschlossen. Diese Kaufberatung zeigt bekannte Mängel und Hinweise

Bis zu welchem Jahrgang kann ich einen Trabi in der Schweiz vorführen?

Nach unserem Wissenstand ist der "Stichtag" der 1. Oktober 1987. Alle Fahrzeuge, die vor diesem Tag das erste Mal zugelassen worden sind, können (mit entsprechendem Aufwand) in der Schweiz vorgeführt werden.
Grundsätzlich gilt: Je älter das Fahrzeug, desto einfacher ist es, die Vorschriften zu erfüllen.


Wenn ich also beispielsweise einen Trabi habe, der 1990 gebaut wurde, kann ich den irgendwie legal in der Schweiz vorführen?

Das ist meist schwierig, aber nicht unmöglich. Dazu muss man aber das Glück haben, ihn als Übersiedlungs- oder Erbschaftsgut einführen zu können, da das Fahrzeug dann von der Einhaltung der (ziemlich strengen) Schweizer Lärm- und Abgasvorschriften befreit ist. Alternativ gibt es wohl auch Erleichterungen, wenn man diplomatische Rechte geniesst.


Bekommt man überhaupt noch Ersatzteile für den Trabi?

Ja! Zwar werden die von Jahr zu Jahr teurer und weniger, aber vor allem in Deutschland ist der Markt noch relativ gut versorgt.
Clubmitglieder kommen bei Danzer Autoteile in den Genuss eines Clubrabattes.
Direkt in der Schweiz bekommt man als Ersatzteile nur einige wenige Verschleiss- und Normteile. Ergiebigere Quellen sind meist andere Trabifans oder für Mitglieder das zentrale Ersatzteilelager des Clubs.


Ersatz Bremsbeäge für den Trabant (rote oder graue Bremsbeläge?)

Original sind die grauen, Asbest haltigen. Diese sind nicht mehr zulässig. Erst später wurden rote Bremsbeäge für den Trabant hergestellt, diese sind asbestfrei. Für den Trabi wurden die roten, asbestfreien Bremsbeläge unter dem Namen "Cosid 1955" vertrieben. Cosid 1955 hat einen Reibungbeiwert von u = 0.35   +/- 15%. Welche besser sind, darüber streiten sich die Fachleute.  Da die roten neuer sind, dürften sie bessere Bremseigenschaften haben, aber wegen unterschiedlichen Reibungs-Eigenschaften empfiehlt es sich nicht diese gemischt zu verwenden, weder links/rechts da das Fahrzeug sonst ungleichmässig bremen kann. Abweichungen >40% sind bei der MFK nicht erlaubt. Ebenso können Unterschiede hinten/vorne ein "überbremsen" des Fahrzeugs, auslösen.
Die Bremsbeläge wurden von der Firma "Cosid" in Coswig (Sachsen) hergestellt. Heute gehört Cosid zur TMD Friction Gruppe
Geschichte der VEB Cosid-Kautasit-Werke Coswig.


Wie teuer ist die Zulassung eines Trabis in der Schweiz?

Man kann nicht für wenige hundert Euro in Deutschland einen Trabi kaufen und diesen dann einfach so in der Schweiz zulassen.
Erfahrungsgemäss kostet der Zoll nochmals knapp so viel wie der Trabi, hinzu kommen Gebühren für Erstabnahme beim Strassenverkehrsamt (ca. 200 CHF) und je nach Jahrgang Lärmtest (ca. 500 CHF pro Messung).
Noch nicht eingerechnet sind die Ausgaben für technische Änderungen (jahrgangsabhängig) wie Sicherheitsgurte hinten, Verbundglasfrontscheibe, Bremsflüssigkeitskontrollleuchte etc.
Ein nicht zu unterschätzender Faktor ist die Zeit, wenn man selber am Trabi schraubt. Falls man alles machen lassen muss, kommt hier schnell eine ordentliche Summe zusammen.
Bis man einen Trabi in der Schweiz zugelassen hat, ist man schätzungsweise zwischen 3000 - 5000 Franken ärmer. 


Wo kann ich einen Lärmtest machen?

Uns sind die Messstationen in Fribourg (StVA), in Biel (DTC), Widnau (FAKT AG) und Tessin (StVA) bekannt. Seit 2004 werden in Zürich (Knonau) keine Messungen mehr durchgeführt.


Wie sieht das Prozedere zum Zulassen eines Trabis aus?

Als erstes muss man das geeignete Fahrzeug besorgen, dann dieses in die Schweiz bringen und verzollen. Am Zoll bekommt man das Formular 13.20A, welches die Stammnummer enthält. Als nächstes besorgt man beim VSAI ein Abgaswartungsdokument, falls der Trabi jünger als Jahrgang 75 ist. Falls das Strassenverkehrsamt es verlangt, ist eine Bestätigung über die Einhaltung der Geräuschvorschriften (Lärmtest) einzureichen. Wenn der Trabi technisch topfit (evtl. entsprechend nachgerüstet) ist, kann ein Termin für eine "Erstabnahme, nicht typengeprüft" vereinbart werden. Wenn diese bestanden ist, bekommt man den Fahrzeugausweis und damit ist der Trabi ein Fahrzeug (fast) wie jedes andere in der Schweiz.


Wie teuer ist ein Trabi im Unterhalt?

Versicherung und Steuern gehen kaum billiger. Für einen Trabi liegt die Versicherungsprämie für Haftpflicht (100%) und Teilkasko bei ca. 850 CHF, die Steuern schwanken je nach Kanton zwischen ca. 170 - 350 Franken pro Jahr.
Der Verbrauch liegt bei ungefähr 6 - 8 Litern Gemisch (ab Jg. 74, 1:50), Zweitaktöl gibt's ab ca. 5 Franken pro Liter in der Landi und etwas teurer in vielen Baumärkten und Tankstellen .
Ersatzteile sind (noch) relativ günstig. Wer Zeit und Geschick hat, kann am Trabi vieles selber machen.


Wie kann man einen Trabant 1.1 (mit VW Polo-Motor) zulassen?

Es sind nach unserem Wissen zwei Trabant 1.1 in der Schweiz zugelassen, einer mit grossen technischen Anpassungen als Einzelabnahme im Kanton AG; einer als Uebersiedlungsgut im Kanton SG
Davon ausgehend, dass das zuzulassende Fahrzeug in Deutschland gekauft wird, besorgt man sich am besten einmal eine Kopie des deutschen Fahrzeugbriefs des Trabants, den man zulassen möchte. Damit geht man zum Strassenverkehrsamt und bespricht mit denen die Situation.
Wenn eine gewisse Euro-Norm, die in einem deutschen KFZ-Brief eingetragen ist, akzeptiert wird, hat man wohl schon einige Probleme aus der Welt geschafft.
Ansonsten bleibt wohl nur eine ziemlich kostspielige, individuelle Abgasprüfung auf dem Rollenprüfstand.
Die Normen für Lärmtest, Sicherheitsgurte, Bremsen (Warnanzeige serienmässig vorhanden) etc. entsprechen denen in der Liste Zulassung für Zweitaktfahrzeuge.

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